(( Szene Wien ))

!Eröffnung & Big-Band-Debüt!

Adrian Gaspar Orchestra 

Gypsy-Funk-Jazz-Grooves von Bukarest bis Istanbul

(Rumänien/Mazedonien/ Philippinen/Türkei/Frankreich/Algerien/Kroatien/
Serbien & Montenegro/Deutschland/Polen/Österreich)

 


Adrian C. Gaspar: Keyboards, Klavier
Erhan Mamudoski: Klarinette, Alt-Saxophon
Patrick Kummeneker: Alt- u. Tenor-Saxophon
Adil Baktir: E-Bass
Slavko Lukić: Akkordeon
Nenad Marinković: Kontrabass
Branko Jovanović: Gitarre, Tamburica
Manuel Mayr: Gitarre
Emran Mustafovski: Drums, Percussion

Die Big Band:

Trompeten: Stefan Plank, Andreas Ragger, Luis Abicht, Johannes Pokorny, Bernhard Engel, Cornelius Grosch

Flöte: Michaela Pietraszko
Posaune: Sebastian Hager
Tuba: Robert Puhr

Alt-Saxophone: Karima Brahimi, Dominik Landolt, Leonhard Skoropa

Drums/Percussion: Chris Graf, Raffael Weißensteiner

Einige wirkliche Musikergenies aus den Romakulturen des Balkans haben in den letzten Jahren hier Fuß gefasst, doch die Generation der Martin Lubenovs wird langsam 30, und die nächste Generation scharrt voller Tatendrang in den Startlöchern.
Einen ebenso ungewöhnlichen wie ungestümen Festivalauftakt wird es heuer bei BALKAN FEVER geben, zugleich das Debüt eines Orchesters, das all das in sich vereint, was den Spirit unseres Festivals ausmacht.
Fast alle Mitglieder des Adrian Gaspar Orchestras sind unter 20 (teilweise weit unter 20!), und verbinden Spielwut mit außerordentlichem Niveau. Das verdankt sich zu einem Gutteil dem erst 18-jährigen Jazzpianisten, Arrangeur und Komponisten Adrian Coriolan Gaspar.

Seit Jahren komponiert Adrian, der erst vor zehn Jahren mit seiner Familie von der rumänisch-serbischen Grenze nach Wien emigriert ist, klassische und Jazz-Musik und ist bereits mit seinem Vorbild Martin Lubenov im RadioKulturhaus aufgetreten. Am 1. Juni 2005 debütierte er mit seinem Orchestra im dieTHeater im Künstlerhaus zur Eröffnung des Multikids-Festivals.
Seine 23-köpfige Bigband, die im Bedarfsfall auch zu einem Sextett schrumpft, formiert sich aus Schülern des Musikgymnasiums Neustiftgasse. Kern der Truppe bilden in Österreich aufgewachsene Roma unterschiedlichster balkanischer Herkunft. Adrian kommt aus Rumänien, zwei Musiker aus Serbien, zwei aus Mazedonien, der Bassist aus der Türkei. Dass weitere InstrumentalistInnen auf philippinische, algerische, kroatische, polnische, französische und – als Gipfel der Exotik! – bundesdeutsche Herkunft verweisen können, mag Multi-Kulti-Herzen höher schlagen lassen.
Aber Adrian und seine Freunde entstammen einer Generation, wo „Interkulturalität“ nicht als Subventionsantrag verstanden wird, sondern selbstverständlich, wenn nicht sogar gleichgültig im besten Sinne ist. Sie verkörpern einfach ein weltoffenes und musikgieriges junges Wien, dem ethnische Herkunft nur eines von vielen Gewürzen der jeweiligen Individualität darstellt.

Die Jungs und Mädels (zwei an der Zahl) sind WienerInnen, dass einige von ihnen Roma sind, erleichtert bloß die nationenübergreifende Kollektividentität und befruchtet die Band mit mannigfaltigen musikalischen Ideen. Adrian Gaspar und sein Orchester spielen Balkan-Jazz von grandiosem Niveau, wollen sich aber keinesfalls auf die Ethnoschiene reduzieren lassen. Explizit bekennen sie sich zur Verehrung der türkischen Romaband Laço Tayfa, einer Legende des orientalischen Ethno-Funk-Jazz. Und deren Klarinettist Hüsnü Şenlendirici ist das wichtigste Vorbild des erst 15-jährigen Erhan, der Unterricht nahm bei niemand Geringerem als Hidan Mamudov (Tschuschenkappelle, Orfej).  

Was kann sich Wien, was können sich World-Music und Jazz mehr wünschen als eine neue erfrischende Band, deren fette, dreckige Grooves das Beste der Traditionen von Bukarest bis Istanbul vereinen und deren Bildung und kluge Arrangements sie vor platter Authentizität rettet. Wenn das Adrian Gaspar Orchestra nicht gerade Nummern von M. Lubenov und Laço Tayfa spielt, dann gibt es Kompositionen ihres Bandleaders zum Besten, der übrigens eine Woche nach der Festivaleröffnung die schriftliche Matura hat.
Das Konzert in der Szene Wien ist die bombastische Geburt einer neuen Sensation am Wiener Musikhimmel. Und Sie werden dabei gewesen sein!

 

Freitag, 21. April 2006
20 Uhr


(( SZENE WIEN ))


Hauffgasse 26
1110 Wien
Tel.: (01) 749 33 41
Eintritt: € 12,–/ € 13,50/ € 15,–
www.szenewien.com

 

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Skopje Mahala Groovz – CD-Präsentation

Toni Kinanovski & Cherkezi 

(Mazedonien)

 

 

Toni Kitanovski: E-Gitarre
Cherkezi Rashid: Trompete
Asan Rashid: Trompete
Ali Rashid: Alt-Saxophon
Vilhen Mamudov: Basstuba
Sefer Ismailov: Tupan
Aleksandar “Sascha” Sekulovski: Drums

 


Kennen Sie den mazedonischen Film “Before the Rain”? Ein Intellektueller, der die Welt gesehen hat, kehrt nach Mazedonien heim – und findet einen heroischen Tod. Auch Toni Kitanovski kehrte nach 12 Jahren USA-Aufenthalt nach Mazedonien zurück, aber um zu leben und Leben zu schenken. Er war maßgeblich am Aufbau der dortigen Jazzszene beteiligt (in jeder maz. Stadt gibt es mindestens fünf Jazz-Clubs) und half der legendären Gypsyband Cherkezi aus den Slums von Skopje zu internationalem Ansehen.

Über drei Generationen spannt sich das musikalische Genie der Rashids, der Familienkern der Band. Benannt ist die Gruppe nach ihrem Patriarchen, Gründer und zugleich jugendlichsten Mitglied Cherkez Rashid. Cherkez begann mit acht Jahren Trompete zu spielen – und das hatte folgende Bewandtnis. Er war damals inmitten einer Gruppe von Zigeunern, die von der SS zusammengetrieben wurde. Im Minutentakt erschossen die Soldaten einen nach dem anderen, auch Kinder und Frauen. Da trat ein beherzter Zigeuner vor und erzählte den Soldaten, sie hätten gerade seinen besten Freund erschossen. Er wolle sich von ihm mit einem letzten Lament auf seiner Trompete verabschieden. Dann könnten sie auch ihn töten. Der Zigeuner spielte so seelenvoll, dass es den SS-Soldaten die Tränen in die Augen trieb. Was sie nicht davon abhielt, auch ihn prompt über den Haufen zu schießen – die anderen aber, darunter auch Cherkezi, ließen sie laufen. Der nahm die Trompete des ermordeten Musikers und …

Toni Kitanovski hat in seinem Leben viel erreicht. Der Györgi-Ligeti-Schüler studierte am renommierten Berkelee-College of Music in Boston und war fixer Bestandteil der Jazz-Szenen New Yorks und Bostons. Zurückgekehrt nach Mazedonien, ist er die „gute Seele“ des dortigen Jazz – und mehr noch: Politiker fragen den belesenen und politisch weisen Jazzgitarristen um Rat. Neben Vlatko Stefanovski ist er der wichtigste Gitarrist des südlichen Balkanraums (und übrigens, für alle die das interessiert, der Enkel der bulgarischen Prinzessin Mara, wie er erst kürzlich erfuhr), er ist Mitglied des All-Star-Orchestras „Balkan Winds“ und bevorzugter Partner von Vasil Hadžimanov und Theodosii Spassov. Sein Herz hängt jedoch an Cherkezi, jener brillanten Balkan-Brass-Band, deren Mentor er wurde.

Unter seiner Ägide brachte diese spielerische Disziplin in ihr trancehaft-ekstatisches Spiel, ohne dass Letzteres darunter litt. Immer schon hatten Cherkezi neben mazedonischen, albanischen, serbischen und türkischen Stücken – wie sich das für eine Gypsyband gehört – auch Jazz- und Latin-Standards gespielt. Toni brachte neuen Drall & Drive ins Konzept und lehrte sie Erik Satie, Charles Mingus, Ornette Coleman, afrikanische Rhythmen und seine eigenen Kompositionen zu spielen. Sein bevorzugter Drummer Sascha Sekulovski verstärkt den Jazz-Touch: Es entsteht eine fiebrige und unheimlich niveauvolle Mischung, die das Beste des balkanischen Orients – angetrieben von Tonis funkigen Saitenriffs – mit einem zeitlos weltläufigen Chic verbindet.
Eines der ungewöhnlichsten Musikexperimente des Balkans.

Toni Kitanovski & Cherkezi werden in der Szene Wien ihre CD „Borderlands“ präsentieren.

 

 


Freitag, 5. Mai 2006
20 Uhr


(( SZENE WIEN ))


Hauffgasse 26
1110 Wien
Tel.: (01) 749 33 41
Eintritt: € 12,–/ € 13,50/ € 15,–
www.szenewien.com

 

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Das fiebrige Finale: Die Erben der Taraf de Haïdouks

Mahala Raï Banda 

(Rumänien)

 

 

 

Aurel Ionita: Violine, Gesang
Sorin Constantin: Gesang, Klarinette
Bosnea Aurel: Baritonhorn
Oprica Aurel: Trompete
Mihail Enache: Darbuka
Tudor Marian: E-Bass
Dinu Marian: Drums
Marian Enache: Akkordeon
Cantea Cristinel: Trompete
Cantea Giorgiel: Basshorn

 

Nicht nur mit ihrem Clubbing Hit „Iest Sexi“ (Du bist sexy!) löste die Mahala Raï Banda aus Bukarest einen Fiebersturm in Westeuropa aus. Passt also ausgezeichnet in unser Festivalkonzept. Schon ihr Name, der so viel heißt wie: “Die noble Band aus dem Viertel (Mahala)“, verweist auf Zigeuneraristokratie. Das „Raï“ hat also nicht direkt mit der französisch-algerischen Musikform zu tun, wenngleich stilistisch durchaus Parallelen erkennbar sind. Diese Band verkörpert die nächste Generation rumänischer Romamusik und begeistert mit einem zeitgemäßen Stilmix. Die Taraf-Tradition der Wallachei (präsent durch psychopathisch schnelle Geigen, Akkordeons und Cimbaloms) sowie die Fanfare-Tradition (BRASS!!!) wird kurzgeschlossen mit Oriental-Pop (türkisch und arabisch), serbischen und bulgarischem Pop und Folk, Latin-Jazz, Dancefloorelementen, Ragga, Ska und Toasting, der jamaikanischen Art des Rappens. Heraus kommt eine ultraheiße urbane Tanzmusik, welche die alten Roma-Achsen zwischen Rio, Bukarest und Istanbul wieder fest verknotet. Hervorgegangen ist die Rai Banda aus Mitgliedern der legendären Taraf de Haïdouks und solchen moldawischer Militärkapellen.

Die Enkel des großen Zigeunergeigers und Taraf-Begründers Nicolae Neacsu aus dem Dorf Clejani in der Wallachei, sind aufgewachsen in den Slums von Bukarest zwischen Kriminalität, Gewalt und lebensbejahender wilder Musik – und entschieden sich für Letzteres.

 

 

Sonntag, 14. Mai 2006
20 Uhr


(( SZENE WIEN ))


Hauffgasse 26
1110 Wien
Tel.: (01) 7493341
Eintritt: € 16,–/€ 18,–/€ 20,–
www.szenewien.com

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