Vasilisa (Brankica Vasič)

The Voice of Bregović

(Serbien & Montenegro/Mazedonien/Libanon)

 

 

Brankica Vasić: Gesang
Vasil Hadžimanov: Klavier, Keyboards
Toni Kitanovski: E-Gitarre, Gitarre, Tambura
Dragan Banović: Akkordeon
Hustref Said: Kanun
Asan Rashid: Trompete

Mögliche Gäste:
Mitglieder des Orchesters Cherkezi
Bachar Khalife (Libanon): Percussion  
Aleksandar Petrov (Mazedonien): Percussion

 

Nicht-westliche Songs in Serbien beschränken sich im Großen und Ganzen auf (zumeist unsäglichen) Folk-Pop, sentimentale volkstümliche Schlager und – seltener – wirklich traditionelle Musik (die außer von Zigeunern aber größtenteils in akademischen Zirkeln gepflegt wird). Brankica Vasić alias Vasilisa ist – neben Bjiljana Krstić – die wohl einzige Chanteuse ihres Landes, die bei ihrer Interpretation alter Lieder an popmusikalischer Verflachung und würdevoll-steifem Akademismus vorbeischiffte und trotzdem (oder vielleicht deshalb?) Starruhm erlangen konnte.
Sie war erste Vokalistin von Goran Bregovićs Ensemble, ihr Song „Dreams“ aus dem Soundtrack zu Emir Kusturicas „Arizona Dream“ hielt sich mehrere Monate an der Spitze der französischen Charts, sie lieh ihre Stimme auch Patrice Chéreaus Film „La Reine Margot“ und Predrag Antonijevićs Kriegsdrama „Saviour“ (produziert von Oliver Stone). Brankica Vasić war Mitglied von Sanja Iljićs Ensemble Balkanika und ist gefragte Vokalistin bei den wichtigsten serbischen Ethno- und Jazzbands.
Die traditionellen Songs des Südens sog sie mit der Muttermilch ein, verbrachte sie doch ihre Kindheit im Kosovo, dort wo die Lieder am traurigsten, tragischsten sind und bereits nördlicheren Regionen fremde orientalisch-byzantinische Melodien aufweisen. Bei BALKAN FEVER wird sie sich ausschließlich den Liedern Kosovos und Mazedoniens widmen, welche in gesamt Ex-Jugoslawien wegen ihrer Melodieschönheit und Grandesse geliebt werden. Dank ihrer Ausbildung in Klassik und Jazz weiß Vasilisa alias Brankica Vasić diesen Songs eine Modernität aufzuprägen, die deren Zeitlosigkeit sogar verstärkt.
Besonders zum Tragen kommt diese Qualität durch die Spitzenband, die sie bei ihrem Auftritt begleiten wird. Artistic Leader ist Toni Kitanovski, Mazedoniens erste Jazzgitarre. Am Klavier ihr Schwiegersohn Vasil Hadžimanov, mit seiner eigenen Band  d a s  Aushängeschild des jungen serbischen Jazz. Hustref Said ist einer der versiertesten Interpreten auf der orientalischen Zither Kanun und unterrichtet an der Universität von Skopje. Asen Rashid ist Mitglied der ungewöhnlichen Gypsy-Brass-Band Cherkezi aus Mazedonien, die von Toni Kitanovski „entdeckt“ wurde und mit ihm tags darauf ein Konzert in der Szene Wien bestreiten wird. Auch andere Musiker dieser Band dürfen als Gäste von Brankica Vasić erwartet werden, ebenso wie die in Paris lebenden Multiperkussionisten Bachar Khalife und Aleksandar Petrov.
Mit diesem erlesenen Ensemble wird das Liedgut also aus seinem engen nationalen Rahmen entführt und dort eingepflanzt, wo es immer hingehörte: in die fruchtbaren Grünzonen zwischen slawisch-byzantinischer und orientalischer Ästhetik, zwischen Archaik und kosmopolitischer Moderne.

 

 

 

Donnerstag, 4. Mai 2006
21 Uhr


PORGY & BESS


Riemergasse 11
1010 Wien
Tel.: (01) 512 88 11
Eintritt: € 15,–
www.porgy.at

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