Nenad Vasilić Balkan Band

„Honey & Blood“ – CD-Präsentation

(Serbien & Montenegro/Kosova/Bulgarien/USA)

 

 

Nenad Vasilić: Kontrabass
Vladimir Karparov: Saxophon
Armend Xhaferi: Gitarre, E-Gitarre
John Hollenbeck: Drums

 

"There's a palpable sense of joy in the face of great sorrow, optimism despite a series of crushing defeats, and a real beauty that can be terrible and magnificent simultaneously."
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Balkan Jazz ist ein junges Phänomen und nennt einige stolze Mütter und Väter sein Eigen. Tatsache ist jedoch, dass wir gerade der ersten Generation dabei zusehen, dieses musikhistorische Ereignis zur Welt zu bringen. Nenad Vasilić ist einer seiner jüngsten Väter.
1975 in Niš, Südserbien, geboren, durchlief der Komponist und Kontrabassist  Nenad Vasilić die dortige Musikhochschule und absolvierte später das Jazzstudium an der Musikuniversität Graz. Auftritte mit Mark Murphy, Sheila Jordan, Steve Gut und vielen anderen „Namen“ des internationalen Jazz.
Jahrelang erforschte er akribisch die vielfältigen Traditionen seiner Heimat − serbische und mazedonische Lieder und Tänze, bosnische Liebeslieder (Sevdalinke), Musik der Roma und solche zeitgenössischer Singer/Songwriter wie der ebenfalls aus Niš stammenden Gypsy-Legende Šaban Bajramović. 1998 schließlich gründete er in Graz seine „Balkan Band“, mit der er selbstbewusst dem US-Kanon trotzte und einen unverwechselbaren Stil kreierte, der südosteuropäische Musik behutsam mit Jazz vermählt.

Sein unstillbares Interesse führte Nenad auch in bulgarische Bands wie Orfej und das Martin Lubenov Orkestar oder in die Wiener World-Institution Dobrek Bistro.

Mit seiner „Balkan Band“ indes schöpft Nenad immer tiefer aus dem Brunnen balkanischer Tradition und wagt sich stets weiter ins Neuland der adaptiven Möglichkeiten vor. Dabei experimentiert er auch mit Vierteltönen, südamerikanischen und orientalischen Rhythmen und Sounds und arbeitet unermüdlich daran, mit den Mitteln des Jazz noch weiter in den molekularen Kern des Balkan-Soul vorzudringen, wodurch sich vor allem sein sensibles Bassspiel auszeichnet − qualvoll schwermütig und fröhlich leger in einem Takt, ja in einem Ton.

Dominierte bei den ersten beiden Werken der „Balkan Band“ − „Folk Songs“ und „Joe Jack“ − eher ein melancholisches, nachdenkliches Temperament, so strotzt Nenad Vasilićs neue CD „Honey & Blood“ vor Optimismus und Lebensbejahung, gleicht einem sonnigen Morgen nach Jahren der wütenden Stürme und des rastlosen Suchens − kein Happy End, sondern ein hoffnungsvoller Schritt vorwärts in der Evolution des Balkan Jazz, den als kraft- und saftvolles Genre zwischen Euro- und Oriental Jazz zu etablieren Nenad Vasilić seinen unschätzbaren Beitrag leistet. Auf „Honey & Blood“ gastierten übrigens Martin Lubenov und der Kaval-Virtuose Nedyalko Nedyalkov – mit seiner Band IKADEM am 30. April im Porgy & Bess.

Hochkarätig auch sein Quartett, das nun besteht aus: dem in Berlin lebenden Saxophonisten Wladimir Karparov (Jazzta Prasta), dem kosovarischen Gitarristen Armend Xhaferi (am 6. Mai mit seiner Marimanga Group im Ost Klub!) und dem New Yorker Ausnahmedrummer, Klangmaler und Komponisten John Hollenbeck aus New York.

 


Freitag, 12. Mai 2006
21 Uhr


PORGY & BESS


Riemergasse 11
1010 Wien
Tel.: (01) 512 88 11
Eintritt: € 15,–
www.porgy.at

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