Nataša Mirković - De Ro & Mathias Loibner
„Ajvar & Sterz“ – CD-Präsentation
(Bosnien & Hercegovina/Steiermark)

Nataša Mirković-De Ro: Gesang
Mathias Loibner: Drehleier
Nataša Mirković-De Ro, Opern-, Jazz-, Rocksängerin, Schauspielerin und Ethnomusikologin aus Sarajevo, vielen bekannt als eine der drei Vokalistinnen des Sandy Lopičić Orkestars, hat in den letzten zwei Jahren, seit ihrer Übersiedlung von Graz nach Wien, eine erstaunliche Solokarriere angetreten – mit ungewöhnlichen Projekten, titanischem Eifer und umwerfender Bühnenpräsenz.
Nataša Mirković wurde in Zenica geboren und wuchs in Sarajevo auf – in unmittelbare Nähe einer Roma-Siedlung, was ihr auch von früh an einen reichen Schatz an Romaliedern bescherte. Mit sechs begann sie Klavier zu lernen und bereits während ihrer Mittelschulzeit arbeitete sie als Rundfunkmoderatorin, als Studiomusikerin bei diversen Jazz- und Rockproduktionen und war auch Mitglied bei etlichen Ensembles. 1989 begann sie an der Musikhochschule Sarajevo Musikwissenschaft zu studieren und spezialisierte sich auf Musikethnologie, im Rahmen derer sie Feldforschungen in ganz Bosnien unternahm. 1994 ging Nataša, die zwei Jahre die Belagerung Sarajevos miterleben musste, nach Graz, wo sie an der dortigen Musikhochschule klassischen Sologesang studierte. Seither meistert sie sich ihren Weg durch Oper, Operette, Musical, Theater, Pop, Jazz und Folk. Engagements an der Grazer Oper, am Schauspielhaus, der Kammeroper Graz und an der Volksoper Wien. Sie brillierte z. B. als Sheila in „Hair“, als Papagena in der „Zauberflöte“, als Sugar in Tom Waits „Black Rider“ oder etwa als Gräfin in „Wiener Blut“. Ihr Bühnendebüt gab sie als Julia in Sergej Dreznins Musical „Romeo & Juliet in Sarajevo“ (Ensemble Theater Wien, 1997). Natašas stärkstes Interesse gilt der Barockoper, der Zwölftonmusik und der traditionellen Musik.
Ihre Solokarriere startete Nataša in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ernst A. Binder mit dem Stück „Gypsy’s Lullabye“. In „Kassandra“ interpretierte sie ohne Instrumentalbegleitung Klagelieder des gesamten Balkanraumes. Eine einzigartige Performance, die wortwörtlich unter die Haut ging und sich dem kulturellen Gedächtnis dieses Landes eingeschrieben hat.
Bei diesen Projekten stand ihr stets Sandy-Lopičić-Orkestar-Kollege Mathias Loibner zur Seite, als Komponist, Arrangeur und Interpret.
Seine jüngste CD „Ajvar & Sterz“ wird das Duo im Rahmen von BALKAN FEVER präsentieren. „Sterz“ evoziert einen steirischen Lokalbezug, der Mathias Loibner bei weitem nicht gerecht wird. Der Mitbegründer der Gruppe Deishovida gilt europaweit als einer der innovativsten Interpreten auf der Drehleier, welche keinesfalls mit der Drehorgel verwechselt werden darf und seinem Spieler einiges an Können abverlangt. Bereits vor 15 Jahren war er bevorzugter Spielpartner des französischen Drehleieravantgardisten Valentin Clastrier. Loibner, der in Belgien und Österreich lebt, gilt auch als einer der führenden Interpreten von Barockmusik auf seinem Instrument (für das Komponisten wie Vivaldi und Haydn komponiert haben).
Dass es auf dem Balkan keine nennenswerte Drehleiertradition gibt (lediglich in Ungarn wurde die so genannte Tekerö gespielt), ist nicht weiter von Belang, schließlich spielt sie Loibner nicht traditionell, ebenso wenig traditionell interpretiert Nataša Mirković-De Ro ihre zumeist balkanischen Songs. Es ist nun das zweite Mal, dass sie gemeinsam auf der Bühne des Porgy & Bess stehen. Das erste Mal war vergangenen Dezember, als sie mit ihrer smarten und kraftvollen Performance den WORLD MUSIC FÖRDERPREIS gewannen.
Es darf ein beeindruckender Abend erwartet werden.
Dienstag, 25. April 2005
21 Uhr
PORGY & BESS
Riemergasse 11
1010 Wien
Tel.: (01) 512 88 11
Eintritt: € 15,–
www.porgy.at